15.09.2010
Hier finden Sie den Start-Termin für die Weiterbildung in Psycho-Holistischer Gruppenleitung
22.09.2010
Werden Sie zum kompetenten Menschenkenner!
30.09.2010
Bilden Sie sich aus für Coaching, Beratung, Prävention und Therapie
14.10.2010
Aktueller Starttermin und Termine für die Körperpsychotherapie-Fortbildung im IN HOPE
Sport als Trend
Zurzeit gilt in unserer Gesellschaft das Motto : ?Sport ist nicht nur gesund ?
Sport muss sein!?
Es gab lange Zeitphasen, da wurde das ganz anders gesehen : Körperliche
Anstrengung galt als ungesund und verschleißend und war ein herabsetzendes
Merkmal der niederen Kasten, der Knechte und Mägde.
In gehobenen Kreisen bewegte man sich auch beim Tanzen gemessen, und zarte
Glieder wie auch fette Bäuche waren hoch angesehene Privilegien, ein Merkmal
für Wohlstand.
Natürliche Bewegungsfreude
Beide Standpunkte haben, psychologisch gesehen, etwas leicht Ungesundes an
sich. In beiden fehlt das Element Lust; stattdessen wird ein Zwang oder ein
Verbot vorgegeben, das keine Rücksicht auf individuelle Veranlagung und
Begeisterungslage nimmt.
Kinder sind von Natur aus bewegungsfreudig. Auf jedem Spielplatz können die
natürlichen Bewegungsabläufe und auch die Gestaltung von Ausruh- und Tobephasen
beobachtet werden.
Unzähligen Menschen ist die Bewegungsfreude schon in der Kinderzeit durch das
Stillsitz-Gebot in der Schule einerseits und den Bewegungszwang im
Sportunterricht andererseits ein für allemal ausgetrieben worden ? fatal, denn
viele Erkrankungen (zum Beispiel des Herz-Kreislaufsystems) und psychische
Beeinträchtigungen (zum Beispiel Schlafstörungen) haben ihre Ursache in der
verhinderten Selbstregulation des Bewegungsdrangs.
Übertrainiert!
Die möglichen negativen Folgen von übertriebenem sportlichen Ehrgeiz und einem
Trainingsprogramm, das die individuellen körperlichen Fähigkeiten überfordert
und die Faktoren Lust und Freude an der Bewegung rücksichtslos übergeht, sind
bekannt :
Knochenbrüche, Sehnenabrisse, sehr schmerzhafte Muskelfaserrisse, Prellungen
und Verstauchungen sowie im mittleren Alter, wenn das Training zu schnell
zurückgefahren wird, ein Sportlerherz, das eine dauerhafte Schädigung
darstellen kann.
Bei übertrainierten Kindern, Jugendlichen und Leistungsportlern ist aber auch
das Burn Out-Syndrom bekannt, bei dem nicht nur die Leistung stark zurückgeht,
sondern auch depressive Verstimmungen und emotionale Unausgeglichenheit
vorkommen.
Was Eltern tun können
Auf der anderen Seite steht die tiefe Befriedigung, die wirklich gute
sportliche Leistungen schenken und die nur durch eine kontinuierliche Disziplin
erreicht werden können.
Wie können Eltern die Bewegungsfreude ihres Nachwuchses auf gesunde Weise
fördern und unterstützen ?
Vorleben statt antreiben
Kleine Kinder finden toll, was ihre Eltern toll finden. Wer sich also schon
früh gemeinsam mit den Sprösslingen regelmäßig sportlich bewegt, eröffnet ihnen
eine selbstverständliche Option auch für das spätere Leben.
Die Kinder sind schon größer und neigen leider zu Trägheit ? Es ist für Eltern
nie zu spät, sich eine Sportart auszusuchen, die auch ihren Kindern gefallen
könnte --- und diese Sportart dann einfach vorzuleben. (Das ist natürlich eine
Sportart, die alle in der Familie interessant finden können !)
Spielsport bevorzugt (zum Beispiel
Ballsportarten)
Spielen und gewinnen, sich mit anderen Menschen messen, blitzschnelle
Interaktionen gestalten macht den meisten Kindern mehr Spaß als gegen die Uhr
oder für Bewertungspunkte kämpfen.
Die Bewegungsabläufe bei Spiel-Sportarten sind vielfältig und den natürlichen
Abläufen sehr nahe.
Die Selbstregulation von Ausruhen und Toben hat mehr Raum, gerade in
Mannschaftsspielen mit Austauschsspielern.
Soziale Fähigkeiten wie Wahrnehmung des anderen, Team-Aufgaben verteilen und
erfüllen, sich miteinander abstimmen, ein Ziel gemeinsam erreichen werden ganz
nebenbei prima trainiert.
Ausgleich beachten
Eltern tun gut daran, ein Auge auf die Trainingseinheiten ihrer Kinder zu
haben. Bei aller Begeisterung sind für Schulkinder bis etwa 14 Jahre drei
Trainingstage mit intensiver Anstrengung in der Woche genug. Denn
Hochleistungssport kann auch missbraucht werden zum möglichst häufigen
Adrenalin-Kick, woraus tatsächlich eine Sucht entstehen kann. Das häufige Adrenalin-Hoch
im Körper bewirkt wie jede andere Substanzabhängigkeit einen veränderten
Bewusstseinszustand, in dem alltägliche Probleme und unangenehme Stimmungen
weit weg scheinen. Wenn der Adrenalinspiegel dann fällt, sind diese in voller
Größe und ungelöst wieder da, zusätzlich zu der etwas gedämpften Gemütslage,
die sich nach großen Anstrengungen einstellt.
Entspannung genießen und Unternehmungen mit anderen, den Kopf für die Schule
anstrengen, Probleme lösen lernen und im Umgang mit Menschen geschickt werden
sind Lebensbereiche, die für Kinder und Jugendliche einen ebenso hohen Rang wie
gute Leistungen im Sport haben sollten. Nur so kann sich eine Persönlichkeit
entwickeln, mit der einem als junger Erwachsener viele Wege offen stehen.
Die Dosis macht die Medizin; ebenso macht die rechte Sport-Dosis die
Gesundheit. Und die richtige Dosis ist für jeden Menschen einzigartig.
Dieser Artikel ist auf den Seiten des Berliner Versicherungsvergleichs erschienen